Amelita en Peru

Freitag, 20.05.2011 Namen

So, wollen wir mal einen kurzen Exkurs machen, zu einem meiner Lieblingsthemen: Der kreative Vornamenswahl hier in der Selva.

Meine Favoriten:

Jhan Pool

Flor de Liz

Froilain

Ederson

Lady Diana

Hitler

Macarena

Jeampier

Jankpool

Leydi

Stalin Lincoln

Maycol

Anderson

Brayan

Smith (Maedchenname)

Ibis

Estrella (Stern)

Angel (Engel, Estrellas Bruder)

Junior und Segundo (2 Brueder)

Milka

Blanca Nieve (Weisser Schnee)

Wadtsun

Promoción (Maedchenname, auch z.B. Sonderangebot ;))

Ritter

Eros

Mestanza

Giulli (Julie)

Saiber (Cyber)

Tiara

Miller

Crys (Chris)

Greter

Fau

Kamel

Letty

Liter

Brasilia

Lupita

Candy

Cielo (Himmel, Frauenname)

Fresa Rosa (Rosa Erdbeere)

Crisel

Deyli (Daily)

Dulce/ Dulsse (Süß)

Genesis Eden

Haumany

Lucylu

 

 

 

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Donnerstag, 03.03.2011 Dezember...Nachtrag

Nachdem ich jetzt 1 ½ Monate nichts mehr von mir hören lassen habe, wollte ich mich mal wieder zeigen. Zum einen hatte ich im Dezember endlich was zu tun, wenn nicht schon auf der Arbeit hat man sich halt sonst anderweitig beschäftigen können ohne sich zu langweilen, zum anderen waren wir vom 21. Dezember bis zum 10.Januar verreist und haben da viel erlebt. Zudem habe ich seit Anfang Dezember einen Freund, mit dem ich auch viel Zeit verbringe. Ich weiß, die Peruaner sind klein und hässlich ;), aber ich habe Glück mit Carlos, er ist zwar klein, aber bestimmt nicht hässlich. Auf der Arbeit haben wir endlich auch mal ein bisschen Bürokram mitmachen können, wie durch die Gegend fahren, Rechnungen bezahlen, Kopien machen o.ä., zudem war unsere Pasteleria-Lady, Nelly, für ein paar Tage im Urlaub und hat mir die Verantwortung über ihren Bereich überlassen, also haben wir schön Kuchen gebacken und verkauft und es war wirklich nett. Dank einer genialen Verkaufsstrategie von Nora haben wir zudem geschafft alle Kuchen zu verkaufen (na gut, wir hatten nur 2), was von den Mitarbeiterinnen kaum geglaubt wurde. Von Nelly übrigens auch nicht.

Zudem habe ich im Dezember zwei meiner liebsten Schulschwänzer bis ins Klassenzimmer begleitet. Denn sobald es 2 Minuten regnet, die Schuluniform noch nass zuhause hängt oder sie ganz einfach keine Lust haben, gehen die Kiddies nicht zur Schule. Ich hätte übrigens noch auf ihren Lehrer warten sollen, ich glaube nämlich dass, kaum dass ich weg war, die Jungs schnell durch den anderen Ausgang abgehauen sind. Einer der Älteren hatte im Dezember auch Promocion, also seinen Schulabschluss (er ist 15!) und hat mich dazu eingeladen. Ich kam mir am Anfang ein bisschen verloren vor, aber seine Familie, die normalerweise auf der Chakra wohnt, ist auch gekommen und hat sich nett um mich gekümmert und ich muss sagen, die Promocion war sehr interessant. Es gibt immer ein Farbmotto, dementsprechend wird alles geschmueckt. Bei dieser war es Rosa und Weiß, was Dekomäßig zwar ganz nett war, aber für die Mädchen, die etwas beleibter sind, war es eher nicht so nett, denn in den rosa Kleidern, die einen vom Stil her doch stark an die amerikanischen Abschlussbälle erinnern, sahen diese dann eher aus wie kleine rosa Schweinchen.

Die Zeremonien, die sich über den ganzen Abend hinzogen, wurden meist in Paaren abgehalten; so trat man immer mit Partner auf, die ganze Klasse musste immer zu zweit seine Paraden abhalten, es sah teilweise schon eher Richtung Quadrille aus. Relativ am Anfang wurde erst einmal die ganze Klasse vorgestellt. Heißt man durchschritt den Raum mit seinem Partner, zu Techno-Klängen des Titanic-Titelsongs, den ich wirklich nicht mehr hören kann, und währenddessen erzählte der lustige Moderator, wie die beiden hießen, wann sie geboren sind, was für Hobbies sie haben (besonders schön war bei einem Mädchen: Messenger und im Internet surfen), was sie später machen wollen (der Großteil möchte zur Polizei) und der Schlusssatz lautete: XY liebt seinen Vater, seine Mutter, und Gott. Wirklich, bei Allen! Dann wurde gegen Ende ein Tanz aufgeführt der schon etwas konträrer zu dem letzten Satz stand (sah schon eher Richtung Paartanz im Rotlichtmilieu aus)  und am Ende durfte sich jeder sein Abschlussdiplom im Bilderrahmen abholen, ich hatte die hohe Ehre Bannister nach vorne zum Podium zu begleiten und danach fing das große Abspacken an, an dem jeder teilnahm. Besonders gefallen hat mir Moskau von Dschingings Khan auf Spanisch. Geeenial.

Leider habe ich den Fehler gemacht weder Nora, noch Laszlo, noch Carlos aus dem Bett zu klingeln, damit sie mich abholen und habe mich stattdessen allein auf den Weg nachhause gemacht und kam dann leider ohne Handtasche an. Normalerweise nehme ich hier aus denselben Gründen nie eine mit, aber ich hatte mir was zu trinken mitgenommen und fand es irgendwie unschick die ganze Zeit eine Plastikflasche in der Hand zu halten. Naja, viel Geld war nicht drin, eher persönliche Gegenstände, mein Handy und vor allem die Schlüssel waren ärgerlich. Ich hatte schon 2 Wochen vorher geschafft die Schlüssel zu verlieren und so musste ich innerhalb von einer Woche zweimal sämtliche Türschlösser austauschen lassen. Das mag sich bescheuert anhören, aber die Wahrheit ist, dass wir Gringos hier auffallen und alle wissen wo wir ungefähr wohnen, zudem ist Techi, meine Vermieterin, sich sicher, dass sie in der Nacht als mir die Handtasche geklaut wurde, gehört hat, wie nachts irgendwer an der Haustür rumgefummelt hat. Schon ziemlich gruselig.

 

Das andere festliche Event auf dem ich im Dezember eingeladen war, war die Hochzeit von Freunden von Carlos. War auch ziemlich interessant. Ich hatte vorher von den Hochzeiten hier nur gehört dass sie nicht gerade besonders festlich waren. Alessandro war auf der Hochzeit seiner ehemaligen Gastschwester und war dort in Hemd und Jeans derjenige der am festlichsten gekleidet war und von einem anderen Deutschen, der hier zu der Hochzeit seines Bruders, eines Missionars war, habe ich gehört, dass dessen Hochzeit irgendwann in den Pool verlagert wurde – samt Brautkleid. Naja, also hatte auch ich nicht zu hohe Erwartungen, was sollte ich auch machen, für ein besonders festliches Event hier war ich ja allein schon kleidungsmäßig nicht vorbereitet.

Die Hochzeit fand in dem herrschaftlichsten Bau von Pucallpa statt, der Kathedrale. Wer möchte, kann sich dieses unglaublich schöne Gebäude mal bei Google ansehen, der Klotz steht an der damals noch mit Brettern zugenagelten Plaza de Armas.

Tja, leider war ich dann vollkommen underdressed, da mal wieder die schön glänzenden langen Prom-Kleider, am liebsten mit viel Glitzer, aus dem Schrank geholt wurden. Ich hab dann versucht möglichst nicht aufzufallen, allerdings war ich trotz flacher Schuhe immernoch die größte Frau in der Kirche und mein Plan schlug fehl und ich wurde schon ein wenig merkwürdig angesehen. Der Gottesdienst selbst war teilweise relativ amüsant. Ausser dem Brautpaar sass vorne vor dem Pastor noch ein sozusagenes Vorbildpaar, ein Ehepaar das schon seit über 20 Jahren verheiratet ist und die beiden sozusagen begleiten sollte – in diesem Fall Carlos Eltern.

Dieser wiederum sass neben mir,ich hatte naemlich die Ehre mit in der zweiten Reihe zu sitzen. Das  Brautpaar sollte sich sein Eheversprechen selbst und auswendig geben, der Bräutigam holte also rechtzeitig seinen Spickzettel aus dem Ärmel, während die Braut es gleich mit dem vorgeschriebenen Buch versuchte. Noch besser wurde es nach dem Eheversprechen, als der frischgebackene Ehemann seiner Frau nun eine noch in Plastik und Pappe verpackte Rose überreichte und sie – mein absoluter Höhepunkt – ihm ein wundervoll kitschiges Jesuskind, in rosa, golden und hellblau, was dann noch vom Pater grosszügig mit Weihwasser bekippt wurde. Wundervoll!! Beim Auszug wurden dann keine Blumen geworfen, sondern Seifenblasen gepustet, was ich persönlich dann doch recht nett fand.

Die grosse Party fand dann später in einem Schwimmbad statt, mit grosser Bühne, vielen Tüchern (ja, alles wird hier immer mit verschiedenfarbigen Tüchern festlich dekoriert), zwei Bailarinas (die Tänzerinnen, die hier haeufig in Discotheken gefunden werden, erinnern sehr an die deutschen Gogo-Girls) und einem Entertainer, der immer wieder zwischen die Musik schrie: wir tanzen, wir tanzen, was trotz allem nichts brachte und die Tanzfläche blieb leer. Als ich um circa halb eins gegangen bin, war die Tanzfläche immernoch leer, trotz des Hochzeitstanzes zu – wie soll es anders sein – dem Titanic-Titelsong.

 

Ja, das war mein grossartigen Erlebnisse Hochzeit und Promocion. Ichmelde mich dann wieder, wenn ich mal bei einer Taufe oder Beerdigung war...

 

Und im naechsten Blogeintrag werde ich dann endlich mal ueber meine Reise im Dezember und Januar schreiben...

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Donnerstag, 03.03.2011 ...

Ich muss jetzt mal über einen für mich besonders berührenden Fall hier reden.

Einer unserer Freunde hier ist Brasilianer und mit der deutschen Entwicklungshelferin hier verheiratet. Er kommt häufiger hier vorbei und das letzte Mal fragte er uns, ob wir ihn nicht auf einer Fahrt nach Yarina begleiten wollen. Yarina ist sozusagen der schönere Vorort von Pucallpa, eher touristisch. Er hat nicht viel dazu sagen wollen, hat nur irgendwas von einem Artikel in der Zeitung geredet und da Nora und ich gerade Zeit hatten, sind wir mitgefahren.

Nach einiger Zeit haben wir gesuchten Ort auch gefunden. Alex suchte nach einer Frau, ohne uns genau mitzuteilen wer sie denn war. Die Gesuchte stellte sich als junges Mädchen heraus, dem Alex sagte, er sei wegen des Zeitungsartikels gekommen und führte uns in ihre ärmliche Bretterbude, wo sie zusammen mit ihren zwei Schwestern und ihrer Mutter wohnt.

Auf dem einzigen Bett im Raum, unter einem Moskitonetz lag ein Baby, augenscheinlich ein Mädchen, mit einem ziemlich großen Kopf. Alex hat sich erkundigt, wie er dem Mädchen und ihrem Baby helfen kann, relativ schnell war uns klar, dass das kleine Mädchen sehr krank ist und ausser Epilepsie, Hydrocephalie hat und das fast unmöglich zu heilen ist. Der Hydrocephalus ist, am Rande bemerkt, die nette medizinische Umschreibung fuer einen Wasserkopf. Wen es interessiert, kann und sollte es googlen oder sich bei dem Mediziner seines Vertrauens erkundigen.

Unser Brasilianer machte den Vorschlag für die Mutter und das Kind den Flug nach Lima zu bezahlen, wo die Kleine zu einer ihrer Untersuchungen musste, da die Krankenhaeuser in Pucallpa bzw Yarina nicht besonders gut ausgestattet sind, weder im Bezug auf Geraete, noch in dem auf Personal. Die junge Frau schlug stattdessen ihre Mutter vor, da sie sich aufgrund einiger Narben noch nicht in der Verfassung befand.

Nach einigen Scherzen, um die Familie sowie die Nachbarskinder aufzuheitern, die mittlerweile die Wohnung bevölkerten, sind wir dann wieder gefahren, immernoch halb unwissend. Alex erzählte uns dann, dass das Mädchen ein unglaubliches Leid erlebt hat: sie wurde mit 16 Jahren bei sich in der Gegend vergewaltigt und dann von ihrem Vergewaltiger schwanger und hat sich trotzdem dazu durchgerungen, das Kind zu bekommen, dass dann auch noch schwerstbehindert ist. Alex erzaehlte uns auch, dass sein Cousin in Brasilien auch ein Kind mit Hydrocephalie bekommen hat und das Kind nach knapp vier Jahren gestorben ist, weil einfach kein Geld da war, um den moeglichen Heilungsprozess zu bezahlen.

Auch die Familie des Mädchens hier hat sich für dieses Baby, von dem sie nichtmals mehr wissen, ob es die nächsten paar Monate überlebt, tief verschuldet und wissen kaum noch, wie sie über die Runden kommen sollen. Weil Alex und seine Frau Daniela das nicht nochmal passieren lassen wollten, dass ein Baby an dieser Krankheit stirbt, obwohl sie helfen können, haben sie beschlossen dem Hilferuf aus der Zeitung Folge zu leisten und finanzielle Hilfe zu leisten.
Derzeit liegt die Kleine mit einer Sauerstoffmaske in einem Krankenhaus in der Naehe.

 Ich persönlich fand es im Nachhinein wundervoll, dass das Mädchen immernoch über Alex dumme Witze lachen konnte, nachdem ihr soviel furchtbar schreckliches passiert ist. Ich finde das gibt einem den Glauben an Gott doch mehr zurück als die unnuetzen Predigen in der Kirche.

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Donnerstag, 18.11.2010 Fortsetzung (nur 10000 Zeichen -.-)


Der Bus war gemuetlicher als der nach Tingo Maria und da wir ja die strecke nach aguaytia schon kannten (des liegt auf dem Weg nach Tingo) haben wir auch ein bisschen geschlafen, was von dem regelmaessigen spontanen Aufleuchten des Lichts im Bus und von dem hysterischen Schreien und Geklopfe der Leute vorne unterbrochen wurde, wenn wir fast wieder irgendwas ueberfahren haetten. Der Fahrer ist gefahren wie ein Bekloppter und wir sind dadurch frueher angekommen als erwartet. Wir waren dann noch mit Laszlos Team was in Aguaytia trinken, das waren Laszlos Chefin Dotti, ein Kameratyp aus Lima und noch eine, die wirklich nett war, auch aus Pucallpa, aber ich weiss weder ihren Namen, noch wieso sie dabei war. Wir haben in einem Hostel ein bisschen ausserhalb von Aguaytia genaechtigt, das als einzigstes 3-Bett-Zimmer hatte und in dieser Nacht gottseidank teilweise von der Camara uebernommen wurde (es war uns wirklich ein bisschen zu teuer) und trotz der Disco, die sich in dem Hostel befand und bis zum morgen anscheinend wummerte, habe ich hervorragend geschlafen. Am naechsten Morgen waren wir in so einem leckeren Fruehstuecksteil wie in Tingo und dann durften Nora, Laszlo und ich uns hinten auf die Pick-Up-Ladeflaeche setzen als wir auf dem Weg nach Santa Rosa waren. Das war schon ziemlich cool muss ich sagen. Wir hatten uns bereits morgens von Dottis Mann verabschiedet, der nach Pucallpa gefahren ist und eigentlich waere noch ordentlich Platz gewesen, aber so hat das wirklich Spaß gemacht. In Santa Rosa, was auch auf der Strecke nach Tingo Maria liegt, wurden wir total nett von dem ganzen Dorf begruesst und haben uns nach Besichtigung der Comunidad, sowie eines eher gelangweilten Tanzes von 4 Maedels in selbstgenaehten Kostuemen (3 von 4 kauten waehrend der Vorfuehrung gelangweilt kaugummi) auf zu dem Wasserfall gemacht, mit dem sich die Comunidad als auszubauendes Touri-Objekt beworben hatte. Nach dem 40-minuetigen "Spaziergang" dorthin tat es wahrlich total gut, sich unter dem wirklich superschoenen und riesigen CAtarata zu duschen, es war wirklich wie eine Massage von oben, total angenehm und wirklich klasse. Ich haette Lust nochmal in der Regenzeit im Februar dorthinzufahren und zu schauen, wie er dann aussieht, der soll sich dann wesentlich veraendern und groesser werden. Nach dem wirklich anstrengenden Weg zurueck waren wir dann von der Comunidad zum Mittagessen eingeladen worden, es gab total leckeres Pachamanca und was mich ein bisschen befremdet hat war, dass wir in dem gemeinschaftsraum einen tisch bereitet bekommen haben, an dem nur wir essen sollten, waehrend alle anderen drum herum sassen und uns zugesehen haben. Danach gab es eine Praesentation des Projekts und die Gemeinschaft hatte wirklich viele kreative Ideen. Man wollte nicht nur den Wasserfall polulaerer machen, sondern auch den Kaffee-Verkauf auch weiterhin publik machen und auch woanders verkaufen als nur in der Comunidad, sowie Obst und Gemuese verkaufen etc etc. Ich fand das alles irgendwie total nett und hab mich auch mit den Dorfbewohnern gut unterhalten. Es gab da wirklich niemanden der mir unsympathisch gewesen waere.

Wir sind dann nach der Bewertung, die eine Befragung der Dorfbewohner mit einbezog, wodurch man die verschiedenen Aspekte des Projekts auch nochmal ganz gut sah, zur naechsten Comunidad weiter gefahren, die vor allem zur Kaffeeproduktion entstanden war und schon sehr professionell arbeitete. Deren Kaffee war nicht nur wirklich gut, sondern hatten sie auch schon hier Aufgabe weitgehend erfuellt, den Kaffee zu verbreiten, zum Beispiel wurde deren Kaffee schon in Lima verkauft. Ich haette spontan behauptet, dass diese Comunidad eigentlich keine Hilfe mehr braucht, aber ich glaube das kann man so aus einem Eindruck heraus auch nicht wirklich entscheiden. Vor unserem Heimweg haben wir dann nochmal Mittagessen (nochmal Pachamanca) angeboten bekommen, was man auch nicht abschlagen kann (das waere unhoeflich), also mussten wir uns irgendwie was reinquetschen und haben dann noch reste mitgenommen.Zurueck in Aguaytia haben wir uns dann von dem Rest verabschiedet, der wieder zurueck nach Pucallpa gefahren ist und haben uns ein neues Hostel gesucht, was zentraler lag, kurz vor dem schwarzen Fluss und auch um einiges billiger war. Wir waren dann abends nett was am Markt essen, nachdem wir rausgefunden hatten, dass keine Busse am naechsten Tag nach Pucallpa fahren sondern nur Autos, die fahren wenn eins voll ist, und dann haben wir noch ein bisschen was in einer offenen Bar am Fluss getrunken und deren geniale Kuschelrock-CD gehoert und dann ist Nora ins Bett und Laszlo und ich haben uns noch ein bisschen zu dem Live-Auftritt von keine ahnung wem gesetzt die die Strasse ein bisschen weiter runter einen Auftritt hatten. Die arme Nori konnte aufgrund des Laerms kaum schlafen, was mich komischerweise eine weitere Nacht nicht gejuckt hat, als wir wieder im Hostel waren. Pucallpa haertet mich ab, was Laerm angeht. Jetzt muss ich mich nur noch an die Haehne, die hier jedes zweite Haus besitzt und die Hunde, die hier ueberall auf der Strasse leben und nachts krach machen, gewoehnen.
Wir sind dann am naechsten Tag frueh aufgestanden um zum vielgepriesenen Velo de la Novia zu fahren, einem anderen Wasserfall in der Naehe von Aguaytia, auch auf der Strecke Richtung Tingo. Wir sind da mit einem Collectivo hingefahren und schon auf dem Weg sahen wir die ganzen Lastwagen, die einfach nur auf einer Spur auf der Strecke standen, ich bin mir immernoch nicht ganz sicher, entweder unterspülungen oder wieder ein Aufstand der Cocaleros, auf jeden fall war es trotzdem kein problem zum Wasserfall zu kommen, allergings war erstmal die grosse frage wie man ueber den fluss kommt, da waren zwar zwei seilbahnen mit kleinen kaefigen, die sich aber nicht bewegt haben. Nach einiger Zeit kam von der anderen Seite ein Mann, der Seilbahnfuehrer in dem kleineren Kaefig auf uns zugerauscht, der allerdings nur wirklich 2 seiten hatte. Wir mussten dann erstmal Nora ueberreden, die Hoehenangst hat, sie ist dann allein mit ihm erstmal ruebergefahren (der typ meinte, er wuerde normalerweise mit 4 leuten fahren) und dann haben laszlo und ich uns in den kaefig gequetscht und ich bin einem wirklich mulmigen gefuehl im bauch ruebergefahren, vor allem weil wir am ende noch mithelfen mussten das seil zu ziehen. Naja, man lief dann auch nur so 3 minuten zum Wasserfall rueber und dann versank man unten im Schmock sobald man sich dem Wasserfall naehern wollte. Eigentlich hatte ich ueberlegt schwimmen zu gehen, aber nachdem 2 wasserschlangen an uns vorbeigetrieben waren, hab ich es mir dann doch anders ueberlegt. wir sind dann auch nach relativ kurzer Zeit wieder gegangen und konnten nochmal das Abenteuer Seilbahn ueber dem nugatbraunen Fluss erleben.
Eigentlich hatten wir dann noch vor etwas anderes zu machen, aber die Antwort aller auf die frage, was man denn noch in aguaytia machen kann war ein schulterzucken und ein: durch die stadt laufen. Dann haben wir uns ueberlegt, wir koennten auch genauso gut schon zum Busplatz fahren und schauen wann ein Auto nach Pucallpa faehrt, nachdem es klar war, dass die Busse aus Lima nicht durchkommen. Kurz nachdem wir dort angekommen waren, riefen uns ein paar leute zu, ob wir mit dem bus nach pucallpa fahren wollten, wuerde auch nur 10 soles kosten. Haben wir natuerlich nicht nein gesagt, mit sack und pack den bus bestiegen, in dem auch nur noch ein anderer sass, der kurze zeit spaeter ausstieg und der bus fuhr direkt los. Das war sooo unfassbar angenehm die ganze busfahrt allein im bus zu sein und wir waren deswegen relativ pünktlich da.

Am letzten Wochenende hatten wir auch die Chance mit einem Bekannten von Techi an einem medizinischen Projekt in einer Comunidad nicht weit entfernt teilzunehmen, darueber werde ich jedoch erst naechstes mal berichten...

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Donnerstag, 18.11.2010 Mal was Neues...

nach immer wieder erneuten Beschwerden darüber, wann ich denn mal wieder was von mir hören lasse, folgt dieses. Ich war, wie die meisten sicher irgendwie wissen, für eine Woche krank und habe die interessante Erfahrung eines Krankenhauses in Peru machen dürfen. Da kommt man ja sonst nicht so hin. Ich hatte irgendwie hohes Fieber, Nierenschmerzen, Kopfschmerzen und mir war wahnsinnig schwindelig und das koennen sehr gut Anzeichen von Dengue sein. Im Krankenhaus wurde mir dann (ganz interessant) eine Kanüle einfach irgendwo in den rechten Unterarm gelegt und mir irgendwelches Zeug stundenlang darein gehauen und ich hab nach 2 Wochen den riesigen blauen Fleck immernoch. Ich lag dann ein paar Stunden gemütlich in dem Gang der Emergencia, die aus 3 behandlungsräumen bestand, 2 weiteren schlafräumen, dem labor, einem schwesternzimmer und natürlich - der Administration. Selbstverständlich alles sauber und steril...NICHT. Ich wurde von einem Studenten der Uni untersucht, der bei meinem Anblick vor Schreck das gute Quecksilberthermometer durch die Gegend geworfen hat als er mich gesehen hat. Aufwischen? Nö, wieso auch.

Ich hatte das riesige Glück dass Nora, Laszlo und Techi mitgekommen sind und mir Gesellschaft geleistet haben, ich durfte mich in diesem Bett nämlich nicht bewegen,sonst hat der tropf nicht funktioniert, und das war auf die dauer doch eher semi-gemütlich. Naja, wie auch immer, ich wurde dann irgendwann nachts wieder mit der genialen diagnose: "vielleicht dengue, aber auf keinen fall malaria" und einem rezept für schmerztabletten entlassen. Auch der gleiche Spass 2 Tage spaeter, zu der extra ein Spezialist angeheuert wurde, brachte die Aerzte nur zu der gleichen Erkenntnis. Dafuer hatten wir die Chance zu sehen, wie mit gefaehrdeten Patienten umgegangen wird. In dem Krankenhaus ist es in der Apotheke so, dass man zuerst das rezept abgeben muss, dann muss man das am ausgang an der kasse bezahlen und dann konnte man sich die sachen in der apotheke abholen, z.b. die fluessigkeit aus meinem tropf stammte aus deren fundus. Als wir beim zweiten mal auf die analyseergebnisse warteten, wurde ein Mann hektisch an uns vorbei in eins der behandlungszimmer geschoben der schon ganz blaue gliedmaßen hatte und irgendwann sah man dann seine familienangehoerige hektisch zwischen apotheke und kasse herlaufen und sachen besorgen und dann kamen sie irgendwann weinend aus dem zimmer und der patient wurde notduerftig bedeckt an uns vorbeigeschoben. Da sind die Guten wohl nicht schnell genug gerannt. Spaß beiseite, das hat die Atmosphaere im Krankenhaus auch nicht schoener fuer uns gemacht, daher waren wir ganz froh als wir dann endlich gehen konnten, trotz der ueberaus interessanten und hoffentlich einmaligen erfahrung.
Die restliche Woche habe ich dann auch im Bett verbracht, nachdem der eine Tag, an dem ich wieder bei der Arbeit war, auch haette zutraeglicher sein koennen.

Am Wochenende kam dann Mechtild, unsere Koordinatorin aus Lima mit ihrer Tochter, der neuen Weltwaerts-DED-Koordinatorin aus Chile, Petra, und mit dem Weltwaerts-Chef vom DED, dem Erwin Wilde von Wildemann.Letzterer wollte sich mal angucken, wie des Programm in Peru denn so laeuft und hat uns Pucallpinos, nach schon den Limensern, einen Besuch abgestattet, sich unsere Arbeitsstellen angeguckt und mal reingeschnuppert, was wir hier so machen und wie wir so leben. Da sein Arbeitsplan sehr knapp ist, konnte er uns leider nur von freitagabend bis sonntagfrueh bin seinem Besuch beglücken und obwohl ich samstag noch nicht wieder ganz faehig war, gemeinsam mit ihm die projekte zu besuchen, war ich trotzdem mit, als wir samstagabend noch ein bisschen was in yarina essen waren, weil er sich ja doch mit allen noch unterhalten wollte. Es war auch wirklich nett, das Essen hab ich leider nicht ganz so gut vertragen wie ich gehofft hatte,aber man muss schon sagen, der Erwin ist schon ein ganz netter. Wir haben uns dann am naechsten Tag mit den Shipibo-Stipendiaten wieder in der Casa Ametra in Yarina getroffen, die Mechtild ja betreut und haben uns an lustigen Spielen versucht (z.B. Psychose, was nun wirklich keiner verstanden hat) und haben lecker gegrillt. Da Montag frei war, haben wir dann spaeter abends noch die discos yarinas erkundet, waren dann aber irgendwann von der begeisterung des kommentators in der disco (ja, den gibts hier ziemlich haeufig, der nervt am liebsten wenn man gerade zu seinem lieblingslied tanzt und er die gaaanze zeit dazwischen quatscht) vor allem von den bailarinas genervt (das sind die maedels die man hier in fast jeder disco auf einer buehne sieht, in deutschland als stripperinnen bekannt, outfit: bh, string, weisse overknees) und sind dann, wie immer, ins Perico gegangen.
Mechtild hat sich dann am Dienstag in CANAT nochmal mit unserer Direktorin, Sueli, getroffen, die sie stundenlang vollgequatscht hat (viele peruaner koennen unglaubliche schwaller sein), wie toll wir uns doch eingelebt haetten etc. Das fand ich doch irgendwie nett und motivierend von ihr :

) In den letzten Wochen wurde der Englisch-Unterricht auch richtig gefragt, vor allem weil die Kiddos in der Schule am Ende des Monats ein Examen haben, in dem sie englische Lieder vortragen muessen. Und zwar wirklich nur die Crème de la Crème, die ich dann mit ihnen ueben musste. Dass der Text nicht verstanden wird, ist eine Sache. Aber Ausspracheregeln sind auch keine bekannt, th aussprechen, sowie das r kann auch Deutschen schwerfallen (ich erinner mich da noch an gewisse leute aus der schulzeit, mazyar ;)), aber dass es auch kein d und kein t bei den meisten gibt, hat das schon wirklich erschwert. And wird zum beispiel ansch ausgesprochen. Und irgendwann muss man einsehen, dass das mit dem Aussprechen zumindest sich nicht mit meiner Hilfe bessern wird und einfach irgendwie damit leben. Trotzdem kriegt man irgendwie einen leichten Anfall wenn man 40mal die gleiche Stelle singt und beim 41. mal ist es immernoch falsch, auch wenn es zwischendurch mal verstanden wurde. Ich weiss jetzt immerhin, dass ich nie intensiv was mit Kindern machen werde. Vor allem wenn sie ja selbst merken dass sie das nicht hinkriegen und dann abschalten und sich von wirklich allem ablenken lassen. Naja, zumindest werde ich jetzt die naechsten Jahre nicht mehr Zombie oder My Heart will go on oder auch La isla bonita hoeren koennen. Vor allem, warum sucht die Lehrerin auch so schwachsinnige Lieder aus, die wirklich viel zu schwer sind fuer 14-jaehrige mit mangelnden Kenntnissen im Englischen. Ich haette wirklich hoechste Lust mich da mal zu beschweren, aber ich denke nicht, dass das irgendwas bewirken wuerde.

Letztes Wochenende (bzw mittlerweile schon vorletztes) waren Nora und ich mit Laszlo in Aguaytia, während Alessandro eine kleine Rundreise solo gemacht hat und sich im Gegensatz zu uns eher in kaelteren Gefilden bewegt hat (in den Anden, z.B. Cerro de Pasco mit 4 Grad Durchschnittstemperatur). Laszlo arbeitet in der Handelskammer von Pucallpa und es gibt irgendwie ein Projekt in ein paar Regionen Perus, die von der Handelskammer betreut werden. Comunidades koennen ein Projekt vorstellen, was sie teilweise schon begonnen haben und dadurch koennen sie ein Preisgeld gewinnen, mit der sie dieses Projekt weiterfuehren koennen. Laszlo war schon die ganze Woche ueber in den Comunidades gewesen und hatte sich die Praesentationen mit angeguckt und mit bewertet und wie im Leben waren die einen besser und die anderen schlechter und sehr viele verschiedene Projekte und um Aguaytia herum hatte er halt auch ein paar und er ist Freitagmorgen dahin gefahren und Nora und ich sind abends nachgekommen. Wir hatten einen Tag vorher ehemalige NATs (Nino Adolescente Trabajador, wie es in CANAT heisst) in der Arbeit kennengelernt, 2 Maedels die genauso alt sind wie wir und gerade ihre Ausbildung zur Sekretaerin machen und mit denen wir uns auf Anhieb super verstanden haben. Monica und Miriam sind dann an eben diesem Freitagnachmittag spontan bei uns zu hause erschienen, wir haben noch nett mit ihnen zusammengesessen und sie haben uns dann noch zum Bus gebracht, uns Snacks fuer die Fahrt geschenkt und uns hinterhergewunken, was wirklich total suess war. 

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Freitag, 05.11.2010 Ein paar Bilderchen des tropensturms am Montag

Alessandro in der riesigen Pfütze vorm WohnzimmerNorablick auf mein zimmer (das links)Man achte auf meine ArmeUnser Haus von außen im RegenSo schauts aus

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Dienstag, 19.10.2010 Fuer alle die kein Facebook haben...

...und so keine Einsicht in Laszlos Bilder.

Eigentlich hatte ich vor, welche auf der Arbeit hochzuladen, aber leider streikt Laszlos USB-Stick und zuhause ist das aufgrund wirklich miesen Internets nicht wirklich moeglich.

Irgendwann wird der Tag kommen, wo ich ein paar mehr Bildchen hochlade, allerdings wird sich das zur Zeit etwas beschraenken

Catarata Parque Nacional, Tingo Maria

Okoberfest Pucallpa

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Dienstag, 12.10.2010 Viel viel viel zu erzaehlen

So, es war eine spannende Woche, heisst der Text wird diesmal ein bisschen laenger. Nora und ich waren mit unseren Mitarbeitern in den Schulen der Kinder (und Jugendlichen) um uns nach deren Noten zu erkundigen, ich nachmittags und Nora vormittags. Es war total interessant zu sehen, wie verschieden die Schulen hier sind, einige sind riesig, haben ihre ueberdachte sporthalle/Aula und andere sind kleiner und alles ist schlammig, dafuer gibts aber eine Menge Kiosks, wo man Snacks kaufen und mittags warm essen kann. Bei mir verlief alles relativ unspektakulaer, allerdings war es interessant zu sehen, wer einem wo und wie die Noten aushaendigt.

 Die Schule gegenueber von CANAT ist ziemlich neu und hier sollten uns die Lehrer die geben, was allerdings zweimal auf "morgen" verschoben wurde, an den anderen Schulen waren es die sekretaerinnen, Vizedirektoren oder sogar die Direktorin. Nur an einer Schule konnten wir mit niemandem reden, der Direktor war verreist und die Sekretaerin wachte nur auf, um uns das zu sagen. Auch die Raeumlichkeiten variierten. In den moderneren Schulen hatten alle ihr eigenes Office, in einem der eher weniger gut ausgestatteten Schulen, teilten sich Sekretaere und "hoeher Gestellte" zusammen ein chaotisches Zimmer. Mein Mitkommen verlief ohne Zwischenfaelle , und damit meine ich den Spass den Nori hatte: Nora war bei den Kleinen an der Schule (bzw. es ist hier etwas anders, die Primaria wird morgens unterrichtet und nachmittags kommt die Segundaria) und wurde dann erstmal fuer Shakira gehalten und alle wollten sie anfassen. Hab ich glueck gehabt, waere mir auf die dauer auch zu stressig gewesen. Ausserdem bin ich fuer shakira nicht blond genug ;)

Wir sind ausserdem zusammen und relativ spontan nach San Francisco gefahren, da Ofelia dort das interkulturelle Projekt zwischen Jugendlichen aus S.F. und CANAT leitet und ein bisschen was besprechen musste, und da Nora und ich odrt mitarbeiten sollen wurden wir mitgenommen. Letztes Mal als wir mit der Touri-Gruppe aus der Uni in San Francisco, der groessten Shipibo-Communidad hier, waren, war es wahrhaft eher unschoen. Wir haben da eigentlich nur das Zentrum gesehen, in dem die Sachen verkauft wurden, es war wirklich alles furchtbar touristisch und das einzige, was nur noch haeufiger fotografiert wurde als die Shipibos, waren wir. Diesmal war es komplett anders. Wir sind nicht im Boot dorthingefahren, sondern ab Yarinacocha mit einem Collectivo. Und wenn das Collectivo voll ist, faehrt man los. Und mit voll meine ich nicht, dass 5 Plaetze besetzt sind, nix da, da kommen soviele rein, wie passen. So habe ich mir mit Nora gemuetlich den Beifahrersitz geteilt, bzw Nora sass auch halb auf dem Schaltknueppel. Ich hingegen fand es sehr bequem, da wirklich nichts mehr in dem Auto war, was nicht unbedingt musste. Heisst man koennte es auch Gerippe nennen, das Loch im Fahrerbereich war schoen mit einer Pappe zugedeckt, ueberall hingen die Kabel raus und die Tuer konnte man nur von aussen oeffnen und nur schliessen, wenn man den Knopf hochzog und irgendwie befestigte. Auch die Fenster gingen glaube ich nicht mehr hoch (keine geraetschaften dergleichen mehr vorhanden), was bei der Hitze draussen aber wirklich angenehm war. Der Fahrer hat sich dann fuer die gewagte Variante entschieden: Wenn das Auto bisher noch nicht auseinander gefallen ist, wird es das jetzt auch nicht, und so rasten wir holterdipolter durch die Loecher in der staubigen Strasse nach San Francisco. Kurz langsamer werden, bevor man ueber die Autobruecke fahert, die aus zwei Holzbrettern besteht? Iwo, passier schon nix. Ist es auch nicht, und so waren wir auch def schneller als die angekuendigten 30 minuten da. Leider waren Nora und ich aufgrund der Spontanitaet nicht eingecremt und haetten danach der peruanischen flagge konkurrenz machen koennen.

Im Dorf selbst war es superinteressant, wir sind in die 3 familien der aeltesten Jugendlichen gegangen und man konnte sehen, dass die Kleidung, die die Frauen dort dem Anschein nach immer tragen eher eine Verkleidung ist, denn sie trugen Kleidung wie du und ich. Die meisten Familien dort haben zusaetzlich zu einem kleinen Haeuschen daneben einen grossen, zu zwei seiten offenen Raum, der auf Stelzen steht und aus Holz gebaut ist, wo alles aufbewahrt und sich tagsueber aufgehalten wird. Bei manchen ist es auch zu allen Seiten offen und dortdrin wird geschlafen aber ich weiss nicht, ob das auch haeufiger ist. Die Eltern des einen Jungen haben ein Hotel, in dem momentan ein paar aeltere Franzosen campieren, die sich anscheinend fuer alternativen-touristen hielten und dachten, sie wuerden jetzt in einer vollkommen gelebten Kultur leben und an daran teilhaben. Allerdings schien das zu beinhalten, dass sie sich die gleichen Klamotten zulegen, die sich die Frauen ihrentwegen anziehen, und Ayahuasca mit dem Schamanen trinken und den restlichen Tag in der Haengematte chillen um dann nachhause zu fahren und zu sagen "wir haben mit den indiandern gelebt". Der Junge hatte auch von einer Vorfuehrung (er ist feuerjongleur) ueberall krusten von verbrennungen im Gesicht, die wahrscheinlich zu deren Ankunft vorgefuehrt wurden. Ich habe mich vor allem gut mit dem Maedchen, Tessy verstanden, die sich gewuenscht hat, dass wir sie besuchen (haette ich wirklich lust zu) und Nora und mir eine Halskette geschenkt hat, die auch wirklich schoen ist, nachdem ich das gefuehl hatte, dass ihre familie unterschwellig versucht hat, uns saemtliche gemachte Sachen anzudrehen.

Die Rueckfahrt verlief weniger angenehm, das Collectivo war noch ein wenig neuer und der fahrer anscheinend angst, dass etwas kaputt geht und deswegen sind wir nachhause geschlichen, waehrenddessen wir zwar mehr die natur am wegesrand beobachten konnten (empfehlenswert), sowie auch mehr staub sich auf gesicht und lunge legte und die vorhandenen teile in der beifahrertuer unangenehm drueckten. Zudem schwitzt man ja auch froehlich, sodass nora und ich schoen zusammengepappt sind.

Am Donnerstag war hier grosses Oktoberfest angesagt, wir haben hier erst zuhause vorgetrunken, was sich immer furchtbar in die Laenge zieht weil es so gemuetlich ist, und haben uns dann, nachdem die anderen 3 noch ein, zwei Ruendchen Cachaca geext haben (ich mag das zeug einfach nicht pur), auf den weg gemacht. Alessandro hatte dann mal wieder Probleme mit seiner schwachen Blase und konnte nicht warten bis er auf dem Festgelaende gehen kann, also sind Nora und ich schonmal reingegangen. Bzw wir wollten keine Eintrittskarte kaufen, sind einfach nach vorne gegangen und haben gesagt, dass wir Models von San Juan (gehoert auch zu Cusquena, der Biermarke die das veranstaltet hat) sind und jetzt reinmuessen. Und Wiederstandslos wurden wir reingelassen. Wir haben das gleiche dann nochmal bei dem einen Bierverkaeufer versucht, was aber leider nicht geklappt hat. Auf der Suche nach Bier haben wir uns dann auf die Buehne begeben, auf der die ganze Zeit die Moderation lustige Spiele mit Leuten aus dem Publikum veranstalteten, die meist lustige Bierhuete ueber den kopf gezogen bekamen und dann irgendwas blind machen mussten (Nora hat zwei von denen, als sie von der buehne kamen, die muetzen einfach mit einem freundlichen: Darf ich? vom kopf gerissen, sodass wir auch 2 haben) und irgendwelche Taenze, die anscheinend urdeutsch sein sollten, allerdings eher nach irgendwas anderes aussahen. Naja, dort mussten wir ein bisschen was erzaehlen und am ende sollten wir deutsch tanzen. Dazu wurde wieder die schoene schmalz-latino-dudelei angemacht und wir sollten dazu deutsch tanzen. Ich glaube es sah doch sehr lustig aus. Wir wurden dann mit einem Biergutschein von der Buehne entlassen (Strike!!!) und haben uns dann ein bisschen was gegoennt und noch ein paar andere weltwaerts-maedels getroffen, die zufaelligerweise gerade in pucallpa waren. Wir ziehen deutsche hier wahrlich an wie die Fliegen.

Nora und ich haben uns dann nach ein paar Interviews (jaja, amelie war im fernsehen :D)kurz zu unseren Mitarbeiterinnen gesellt, die extra unserentwegen gekommen sind und als wir dann wieder zu dem Tisch zurueckkehrten, wo die Jungs vorher sassen, waren sie weg. Wir dachten joa, sind die vielleicht schon ins Pericos (unsere stammdisse) gefahren oder zuhause oder so, und sind dann ins pericos gefahren. Nach 1,5 std wollte nora dann aber unbedingt wieder nachhause, wir hatten weder die jungs gefunden, noch wollten die DJs Britney Spears spielen auch wenn wir schon 2mal oben waren um bescheid zu sagen. Zuhause waren die jungs auch nicht, und wir beschlossen noch was zu machen und kamen auf die idee in "el bosque", dem schwimmbad hier, einzubrechen. Leider ging das nicht ganz so gut wie in der gruga, wir haben uns die ganze zeit vor mototaxen verstecken muessen und haben dann erstmal so ein bisschen an den Zaun geklopft um zu gucken was passiert. Geklopft, ein Pfiff. Wir dachten, hm nee, kommt bestimmt woanders her. Nochmal an dem Holzzaun geruettelt. Nochmal ein scharfer Pfiff. Da sind wir gegangen. Dann kam uns ein Betrunkener entgegen, sodass wir auf die Wiese ausgewichen sind und darueber gerannt sind, als wir fast am ende ankamen und etwas wie ein schuss ertoente und ein typ hinter uns herlief, der die schwarzen klamotten eines security-typen hier trug. Wir sind gerannt wie die hasen, auch wenn wir in dem staub und den rutschigen flipflops kaum vorankamen, ins naechste mototaxi gesprungen und nachhause gefahren. Da kamen dann auch 10 minuten nach uns die jungs, die sauer waren, weil sie uns 2 std gesucht hatten.

Wir sind dann am naechsten morgen nach tingo maria aufgebrochen, von dem es hiess, dass es dort sehr schoen sein soll. Freitag war frei und irgendwie haben wir auch geschafft, montag freizukriegen, auch wenn die chefin sichtlich nicht begeistert war, waehrend laszlo schon zweimal gefrag worden war, ob er nicht endlich mit dem reisen beginnen will. Wir sind dann zusammen mit melanie 6,5 std dorthingefahren. Die Landschaft vom Bus aus allein war schon atemberaubend und ich werde schauen, ob ich mir die fotos von alessandro schnorren kann, der eine super kamera hat um die irgendwo hochzuladen. Allerdings weiss ich jetzt ganz genau, warum man keine nachtfahrten auf der strecke machen sollte. Teilweise ging es fast direkt neben dem Bus steil bergab oder neben einem ragte geroell auf, dass im falle von regen ganz schnell zu einer lawine werden kann. Wir sind dann um halb 5 angekommen und haben uns auf die suche nach einem hostel gemacht, wobei wir 2 anderen weltwaeltslern in die Arme gelaufen sind, die unter der woche in comunidades in der naehe leben und am wochenende in tingo sind. Welch gluecklicher zufall, denn judith und franzi kannten sind tatsaechlich ein bisschen besser als wir in tingo aus. Die beiden haben uns auch ein gutes Hostel empfohlen, aber da da einer allein hätte ein doppelzimmer nehmen müssen, haben wir uns für ein anderes entschieden. Die Zimmer ganz oben und ganz unten kosteten gleichviel (15 soles pro zimmer! - merke, der euro steht momentan bei 3,9 sol), allerdings waren oben bauarbeiten und da wir davon genug hatten, haben wir uns für die zimmer ganz unten neben den toiletten entschieden. Die hatten zwar keine fenster (bzw schon, aber nur zum gang hinaus) und die ganze nacht lief lautstark (und zwar wirklich richtig laut) der fernseher, aber wir waren ja sowieso nur zum schalfen da, was auch bei allen mehr oder weniger gut geklappt hat ;)

Wir haben dann abends uns im mercado einen "stand" gesucht, an dem wir einen sandwichtoaster gesehen hatten und haben dann die köstlichsten säfte getrunken und so eine art milchbrötchen als quetschtoast mit käse und kleinen pommes drin gegessen. So riiiichtig lecker und haben uns dann auch schon direkt mit einem "bis morgen" verabschiedet. Wir haben uns danach mit judith und franzi getroffen und wollten eg noch ein bisschen feiern gehen, aber im endeffekt sind wir dann doch nur was trinken gegangen und dann ins bett gegangen, weil wir am nächsten tag früh aufstehen wollten, uns dann um halb 8 mit den mädels im mercado an der saftbar treffen und dann in den nationalpark fahren. Die Mädels haben im gegensatz zu uns in pucallpa schon freunde in tingo, die sie einfach von ihren vorgängern da übernommen haben. Den einen, Anderson, haben sie morgens direkt mitgebracht und er hat uns dann die collectivos richtung nationalpark gezeigt. Das sind winzige busse, in die man leute reinquetscht, bis sie wirklich voll sind. Voll voll. WIr wurden dann an der Strasse vorm Nationalpark rausgeschmissen und sind dann über eine wahrlich abenteuerliche Hängebrücke Richtung Park gewankt, in der Mitte hatte diese zwar eine art absperrung, damit man nicht in den fluss reinfiel, aber richtung ufer war dann an den seiten wieder alles frei. Wir haben uns dann erklären lassen, wie man zu dem ersten Wasserfall (Catarata) kommt und sind da dann erstmal ein Stündchen durch eine wunderschoene und gefuehlte einzigartige Natur hingewandert.

Ich war zwar sehr froh über den Optimismus, mich am morgen für Hotpants entschieden zu haben (in tingo hat es nämlich dauernd geregnet und man wusste nie, ob es noch wärmer wird oder frisch bleibt), allerdings haben sich meine genialen trekkingschuhe eher als nachteil dargestellt, da man, wenn man über rutschige baumstämme und steine im fluss laufen musste, ordentlich rutschte und die wege teilweise richtig saugefährlich waren. Zum Beispiel musste man an einer Stelle über einen schmalen schottergrat laufen, während es an der einen seite steil bergab ging. Wir haben dann auch gelesen, das am tag nach uns, eine frau im selbigen nationalpark abgestürzt und gestorben ist, und in der zeitung war mal wieder ein schön aufgemachtes foto, wo man nur das gesicht der leiche sah. Naja, wir habens auf jeden fall überlebt und nach ausgiebigen baden und duschen unterm wasserfall, wo der eine oder andere auch halb angezogen reingefallen war (ich zum beispiel), sind dann franzi, judith und andi zu uns gestoßen. Wir haben dann daneben noch ein gemütliches frucht-picknick gemacht und dann noch einige zeit zum nächsten wasserfall gelaufen, der allerdings nur halb so gemütlich war (man konnte noch nichtmals mehr schwimmen :() und haben dann wieder den heimweg angetreten. Da die straße zum nationalpark eher semi-populär ist und alle collectivos, die vorbei kamen, belegt waren, haben wir uns dann gemütlich zu 8 ins mototaxi gequetscht und dann erstmal 10 minuten gefahren, bis wir ein anderes gefunden haben, was die hälfte mitnehmen konnte.

Wir sind dann in der Stadt noch zu einem Aussichtspunkt gefahren, von der man die Bella Durmiente - die schlafende Schönheit-sehen konnte. So wird eine Bergkette genannt, die Tingo umgibt und die wahrhaft die Form eines Schneewittchens besitzt.Allerdings hatte die Gute - laut andi - in letzter zeit etwas zugenommen ;) Wir haben uns dann abends in dem von Judith beschwärmten Palé getroffen, wo es nicht nur die leckersten Burger gibt, sondern auch suuuperleckeres Eis, was genauso aussieht wie in der Karte und gemischte Säfte. Danach waren wir was trinken und dann ist der eine teil von uns (nora, laszlo und ich, genau schon wie in lima ;)) zusammen mit den mädels, andi und andis freund piero, feiern gegangen, was wahnsinnig cool war. Obwohl Andi 1-1,5 köpfe kleiner als ich ist, hab ich fröhlich mit ihm getanzt und mir ein bisschen was beibringen lassen, was ich bis jetzt sowieso wieder vergessen haben werde ;) Das angenehmen war, dass der club so einen kleinen balkon hatte, auf dem man sich zwischendurch ein bisschen abkühlen konnte, bevor man sich wieder ins getümmel stürzte. Später kamen noch weitere freunde der anderen und wir haben uns echt ordentlich amüsiert. Der einzige der genervt hat, war der Animateur in der Disco, der, kaum kam ein gutes Lied, wieder stundenlang was ins Mikro brabbeln musste, sodass man kaum was hörte. Wir haben uns dann um 2 auf den Weg nachhause gemacht, weil wir am nächsten morgen zur abwechslung mal wieder früh aufstehen wollten, um uns die berühmte Eulenhöhle im Parque Natural anzusehen, die man sich, wie gesagt, am besten früh morgens anguckt.

Wir haben also beschlossen um 7 zum frühstücken zu gehen und haben uns tatsächlich um viertel vor 8 zur Höhle aufgemacht. Dort gabs zwar keine Eulen und auch Fledermäuse, wie sie im Reiseführer angepriesen worden war, waren nicht zu sehen, aber die Höhle, die nicht sonderlich tief begehbar war, war immerhin mit einer Menge Kakerlaken und Riesen-Kakerlaken angefüllt und die Felsformationen waren sooo unheimlich, sodass es mit dem Kreischen der Vögel, die sich glaub ich gerade oben zuhauf bekriegt haben, einem wie ein Szenario aus einem schlechten Horrorfilm erschien. Wir haben dann auch in der Höhle nicht mehr als 20 minuten verbracht und sind dann noch ein bisschen weiter gewandert, was aber auch nicht groß spannend, sondern leider eher ein reinfall war.

WIr haben uns dann, nachdem wir zurückgekommen sind, mit Andi getroffen, der mit uns zur berühmten Lagune in Tingo fahren wollte. Es fing schon damit an, dass der taxifahrer uns nicht bis vor die tür gefahren hatte, und wir nicht wussten wie wie zurückkommen, dann mussten wir noch über einen berg wandern um zur lagune dahinter zu kommen, was in flipflops (wir waren ja nicht darauf vorbereitet), wirklich blöd war, dann hab ich es geschafft meinen zeh so mit einem spitzen stein kollidieren zu lassen, dass ich eine ordentliche fleischwunde hatte, und dann standen wir vorm see und? es gab kein wasser. Bzw schon, aber es war sehr sehr weit zurückgegangen. Um zu den Badehütten in der Mitte des Sees zu kommen, wollte der kanuführer 10 soles pro person und da uns das zu teuer war, wir aber schwimmen gehen wollten, haben wir beschlossen, außen bis zu einer geeigneten stelle zu gehen, wo es auch tiefer ist. Gaaanz blöde idee :D Wir sind dann nach kurzer zeit bis zum knie in schwarzem schlamm versunken, was wir dann noch dringlicher in den see getrieben hat - zum abwaschen sozusagen. Tja, leider war der see genauso schlammig, sodass wir im endeffekt NOCH schmutziger rauskamen, als wir reingegangen waren und mit dreck wahrlich überall versucht haben, uns auf dem rückweg nicht noooch schmitziger zu machen und anstatt durch den schlamm durch das schilf gelaufen sind, und uns alles aufgeschnitten haben. Wir haben dann auf dem rückweg eine wasserstelle gefunden, wo gerade eine frau ihre sachen wusch und durften uns dort auch ein bisschen von dem zentimeterdicken matsch befreien, sodass wir wahrhaftig jemanden gefunden haben, der uns mit zurücknehmen wollte.

Alessandro musste schon sonntagabend abreisen, da montag schon wieder in eine communidad fahren sollte, und wir sind dann mit ihm tickets kaufen gegangen, für ihn mit einem collectivo abends und für uns für den nächsten morgen um 10h. Wir haben uns dann noch gemütlich rausgesetzt, UNO gespielt und Churros aus Tingo gegessen (die sind total anders als die bei uns oder in Lima, die haben nämlich so eine Arte Blätterteig, auch wenn die gleiche füllung- die teile waren sooo lecker, dass wir jeden tag ein paar gegessen haben), sowie lecker Ananas. Später kam eine Frau vorbei, die ein Wasserschwein verkaufen wollte und Melanie war sooo begeistert von dem Baby, dass sie wirklich lange überlegte es zu kaufen, und während sie es streichelte, freudige Ausrufe ausstieß und ihm das Fläschchen gab, sammelte sich eine unheimliche riesige Menschenmenge um uns an. Nachdem Melanie festgestellt hat, dass ihre Gastfamilie wahrscheinlich nicht so begeistert von dem Wasserschwein wäre wie sie, hat sie es zurückgegeben und die Leute verschwanden fast so schnell, wie sie gekommen waren, und nur ein paar Kinder blieben zurück, die uns begeistert beim UNO zusahen. Wir sind dann abends wieder ins Palé gegangen und danach Karaoke singen, allerdings war es nicht ganz wie wir uns das vorgestellt hatten, aber Melli und ich hatten unseren Spaß :)

Wir sind dann am nächsten Morgen - nach dem üblichen Frühstück an unserer Lieblings-Bar- brav um 5 vor 10 an der Busgesellschaft erschienen, wo uns gesagt wurde, es gäbe nur einen Bus um 8 und der sei schon weg. Und dann meinte er, wir sollten warten, und ist dann verschwunden. Wir dachten, er organisiert jetzt was anderes, aber Pustekuchen. Die Busse fahren alle abends, die einzige Möglichkeit wäre sonst mit einem Collectivo wieder gewesen, aber das wäre teurer gewesen. Wir haben dann irgendwann welche gefunden, welche aber erst fahren wollten, wenn das auto komplett voll ist. Und wir waren ja erst 4. fehlen noch 7. Und für jeden noch ein bisschen geld mehr. Wir haben dann dem chef vom Busunternehmen gesagt, dass er uns doch jetzt doch bitte das geld dafür geben soll, das wär doch sein fehler, wenn seine mitarbeiter tickets für 10h ausstellen, hat er immer nur wiederholt, das mädel, dass das geschrieben hätte, hätte da nur am tag vorher gearbeitet und er würde gar nicht einsehen, dass er jetzt was aus seiner eigenen tasche bezahlen soll und überhaupt - er hätte ihnen doch schon 100 soles bezahlt (zwar die, die wir ihm vorher für die bustickets gezahlt hatten), was würden wir denn noch mehr verlangen. Tja, im Endeffekt haben wir es selbst gezahlt und haben uns dann diese UNFASSBAR schlechten, total uebertriebenen telenovelas im fernsehen angesehen und auch judith ist nochmal kurz vorbeigekommen. Sie und Franzi haben mir übrigens auch lustige Dinge aus ihrem Dorf erzählt. Die Beiden sind mit einer anderen Organisation hier - der gleichen wie Marvin und Sebastian aus Pucallpa hier - und die beiden haben sich für ein Aufforstungsprojekt in Tingo beworben und als sie ankamen mussten die beiden leider erfahren, dass dieses Projekt gar nicht existiert. Beide wurden also in relativ weit entfernte Communidades gesteckt und unterrichten jetzt dort eine Stunde Englisch am Tag. Die Familien, in denen sie dort wohnen, erhalten auch kein Geld dafür, bei denen wurde einfach an die Christlichkeit appelliert, obwohl die Leute sich das kaum leisten können, noch einen weiteren Esser mit durchzufüttern. Ich kann mir durch die beiden das Leben dort auch viel besser vorstellen, Judith hat zum Beispiel erzählt, dass die Küche bei sich zuhause von Meerschweinchen bevölkert ist, die die Reste zu fressen bekommen und nachts unterm Herd schlafen und wenn die richtig eZeit kommt, dann gibts lecker Meerschweinchen als ein bisschen Abwechslung zum 3mal Reis am Tag. Auch hat sie erzählt, dass die Leute bei sich im Dorf im Regenwald Fallen aufstellen und sich dann zuhause einen Affen oder einen Papagei halten. Ich hab ihr zudem erzählt, dass ich ein bisschen verwundert bin, dass es bei CANAT relativ viele Kinder gibt, die kein geld verdienen, sondern nur im Haushalt helfen und das ja dann eigentlich nicht so DIE berechtigung ist, in ein solches projekt zu gehen, worauf sie meinte,in ihrer familie wäre sie die einzige, die der gastmutter mal helfen würde, wobei sie schon um die 9 gastgeschwister hat, die zuhause leben, sodass ihre gastmutter fast jedes mal vor dankbarkeit zerfließt, wenn sie es ihr anbietet. Aber ich glaube auch, dass ich einen Anfall kriegen würde, wenn ich genau eine Stunde am Tag was zu tun hätte, und mich sonst nur langweilen würde. Sie meinte auch, dass das in den anderen Familien dort auch so wäre, ich kann das ja selbst nicht beurteilen, ich kriege sowas nicht mit, aber wenn das in pucallpa auch normal ist, dass die kinder keinen finger rühren, dann kann ich verstehen dass die kinder dann denken, sie haben jetzt die berechtigung in einem solchen projekt mitzuwirken (tja mami, stell dir das mal vor, bei 10 kindern alles alleine machen ;)).

Naja, zurück zum Collectivo, es ist dann gegen 1 doch voll geworden,sodass wir dann losfahren konnten - laszlo und ich hatten den luxussitz,direkt hinter dem fahrer, in dem man wirklich noch fußraum hat, währen Melanie und Nori hinter uns fast gestorben sind. Hinter ihnen saßen noch 3 frauen mit jeweils 1-2 kindern und ich war wirklich positiv überrascht, dass die Kleinen fast die ganze Zeit keinen Ton von sich gegeben haben. Die Kinder in Deutschland heulen glaube ich wahrlich mehr. Es war natürlich auch nicht ganz so pompös wie im Bus, wo auch dauernd jemand durchkommt und dir was zu essen anbietet oder man einen wunderschönen Blick hat, aber wir waren relativ schnell (2 std schneller) und ich konnte auch ein bisschen schlafen.

In der Woche danach gab es dann ein bisschen Stress mit Gilberto, dem Chef des Sprachzentrums, da der Gute sich nicht gemerkt hat, dass ich ihm gesagt habe, ich wäre Montags nicht da, sondern in Tingo und dann meinte, wir wären total unzuverlässig und er hätte für meinen Kurs jetzt einen anderen Lehrer engagiert. Einer der anderen Lehrer war jedoch dabei, als ich ihm das erzählt habe, wonach er meinte, tja, das wäre jetzt ja blöd für mich, aber er würde ja nicht wollen, dass der Kurs dauernd den Lehrer wechselt, obwohl der Kurs, den er Montag von meinen Schülern unterrichtet hatte, nur aus den 5 Schülern bestand, die am Mittwoch zuvor nicht da waren und nicht mitbekommen hatten, dass ich auch ihnen gesagt hatte, dass ich Montag nicht da sein würde. Er meinte dann, das würde ihm jetzt ja auch irgendwie leid tun, es wäre ja nicht wirklich mein Fehler, obwohl ich ja wirklich totaaaal unzuverlässig bin, aber ich würde in 1-2 WOchen einen neuen Kurs bekommen. Da kann man echt nur ausrasten, was soll denn so ein Quatsch? Ich hatte mich gerade auf das Niveau des Kurses eingestellt und konnte endlich richtig mit den arbeiten und dann sowas? Naja, muss ich mich wohl noch ein bisschen gedulden.

Besonderen Spass hatten wir auch, als wir Dienstag wieder in CANAT waren und alle Kinder und begeistert erzaehlten, sie haetten uns im Fernsehen gesehen und wir haetten ja soooo lsutig getanzt. Wirklich, das hing uns noch ein paar Tage nach und dauernd versucht irgendein Witzbold nachzumachen, wie haesslich wir getanzt haben. Auch unsere Dementi haben es nicht gerade besser gemacht, und man hoert ab uns zu immernoch was von unserem glorreichen Fernsehauftritt beim oktoberfest.

 In Yarina treffen sich in einem Haus, dass von Schweden gesponsort wird, jede Woche ein paar Studenten aus Communidades, die zum Beispiel an der Interkulturellen Universität in Yarina studieren, die auf dem halben Weg nach San Francisco liegt, und schon Claudia, unsere Vorgängerin war mit denen befreundet. Die haben uns dann angerufen und gefragt, ob wir uns samstag mit denen treffen wollen und mit ihnen marmelade kochen wollen und wir standen dann auch brav um kurz nach neun auf deren Fußmatte. Wir haben uns mit der Presidente des Hauses da verabredet, die allerdings erst erschien als wir wieder um halb 1 gegangen sind, um mit unseren Familien zu telefonieren. Es wurde auch keine Marmelade gekocht, sondern es wurde ein paar zuünftigen Anwärterinnen gezeigt, wie man Arroz Chaufa macht. Wir haben uns mit den Studenten dort blendend verstanden und haben uns dann gleich auf den folgenden Nachmittag verabredet, damit sie uns ein bisschen mehr von Yarina zeigen, was wirklich supertoll war. Wir sind dann runter zu den Ufern der Lagune gelaufen und ein bisschen spazieren gegangen, und ich habe meine erste ganze Kokosnuss ausgetrunken bzw gegessen. Laut der Peruaner (in Tingo) ist Kokosmilch das Heilmittel gegen Dengue-Fieber. Ja, Pharma-Industrie, horche auf, endlich wurde da was gefunden ;) Weil wir so gerne Mangos essen wollten, haben die anderen uns auf einen kleinen Pfad geführt, der durch eine Menge Fruchthaine ging, da war alles dabei - von winzigen Bananen, über Mangos bis hin zu einer frucht, die mich geschmacklich und von der konsistenz her an felsenfrüchte erinnerte, aber eher aussah wie radieschen. Man konnte sich einfach strecken und etwas von den bäumen essen, wie im paradies ;)

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Sonntag, 03.10.2010 Beichte über die ersten Mordgedanken

Diese hatte ich bisher nur nachts, wenn die Hunde bellten. Bzw heulten. Und das stundenlang und monoton. Aber die armen abgemagerten Tierchen wollen bestimmt auch noch zeigen, dass es sie gibt. Trotzdem wuerde ich mich nie nachts auf die STrasse trauen, die gehoert dann den Hunden. Also, den kann ich schonmal nicht den Hals umdrehen, ohne dabei zu schaden zu kommen.

Hingegen hatten wir uns heute (Sonntagmorgen) auf den ersten Morgen ohne Bauarbeiter um halb 8 (bedeutet Ausschlafen) gefreut. Tja, Pustekuchen. Da wir heute den heiligen Sonntag haben, kamen die Bauarbeiter nicht wie sonst um halb 8, sondern kurz vor 6. Ich bin dann irgendwann aufgestanden, zu Techy gegangen und hab gefragt, was da denn bitte los wäre. Es wäre 6uhr morgens, das wäre doch verrückt! Antwort: Ja, das sind die Bauarbeiter. Haben sie dich geweckt (Nein, man wird nicht davon geweckt, wenn jemand 10m entfernt von mir etwas lauthals aus der wand kloppt)? Tja, aber bald sind sie dann weg. Bald sind sie ja weg heisst, sie sollten eigentlich am Wochenende schon fertig werden. Aber ich glaube das braucht noch ne Woche mehr. Da krieg ich wirklich Zustaende. Mensch, ich will doch einfach nur schlafen. Und das nicht nur 3 Stunden, weil es abends so heiß ist, dass es dauert bis man wirklich schlafen kann. Ich war auch einfach nur so fassungslos darüber, dass ich ohne eine Entgegnung kopfschuetteln wieder ins Bett gegangen bin und weitergedoest hab.

Kommentare (1)

Samstag, 02.10.2010 Vor der Wahl noch ein letztes Wort...

Morgen sind hier Kommunalwahlen und ich bin wahrlich froh, dass der ganze Stress um die Wahlen dann endlich beendet ist. Hier gibt es im Gegensatz zu Deutschland Wahlpflicht, sodass wie zu Zeiten Augustus alle in ihr Heimatdorf fahren muessen, um dort gezaehlt-, aeh um dort zu waehlen. Ich bin mal gespannt, was dann mit der ganzen Wahlwerbung passiert, die ueberall auf die Hauswaende gepinselt ist. Auf jeden Fall ist hier eine Menge los, die letzten Tage sind ueberall Wagen mit den Wahlwerbern rumgefahren, mit lauter Musik und tanzenden Gogo-Girls. Der absolute Favorit fuer Ucayali ist uebrigens Velázquez, dessen Konterfei auf den meisten Plakaten beschmiert ist, und der wie der Rest der Kandidaten korrupt ist. Deswegen ist es im Endeffekt auch egal, wen man waehlt, er oder sie wird sich so oder so eine Menge Geld abzwacken. Morgen wollen wir uns in Pucallpa mal das Spektakel aus der Naehe anschauen, was anscheinend ungefaehrlich ist, weil ueberall Polizei ist. In der Uni laeuft alles wunderbar, allerdings hab ich mittlerweile 17 Schueler, von denen allerdings immer nur max 12 da sind und die Haelfte min eine halbe Stunde zu spaet kommt. Aber mal schauen, wie wir das noch hinkriegen. Spaetestens nach dem ersten Test sind alle ganz brav hähähä. Ich hab mittlerweile auch alle englischen Donzenten kennengelernt und der eine hat mir erzaehlt, dass es in der Innenstadt eine Boteca (Kiosk, bzw Mini-Laden) mit frischer Vollmilch gibt. Dieses Mysterium wartet darauf erforscht zu werden :) Mittlerweile sind Nora und Ich auch im Kollegenkreis integrierter und als letzte Woche eine Kollegin Geburtstag hatte, wurden leckere Pfirsichcocktails gemischt und fett Torte gegessen. Sogar die schwangere Sekretärin hat sich in der Mittagshitze ordentlich Alkohol gegoennt. Anscheinend war am naechsten Tag immernoch was von den Grundsubstanzen da, sodass da schoen weitergetrunken wurde. Wir haben es auch zu unserem ersten Stalker gebracht. Ich hatte schon einen halben in der Disco, den Gesine dann hat rausschmeissen lassen, als er nach dem 10. Mal immernoch nicht gecheckt hat, dass ich nicht mit ihm tanzen wollte, aber der andere, der liebe Fernando, ist wirklich unheimlich. Er hatte Nora und mich kurz vor unserem AUftritt in der Uni angequatscht und erzaehlt er waere mit Moritz befreundet gewesen, dem Freiwilligen vom DED, der letztes Jahr hier war, und den wir auch in Lima kennengelernt hatten. Er hat uns dann erzaehlt, er wuerde gerne nach Deutschland gehen und vorher ein bisschen Deutsch lernen, ob wir ihm helfen koennten. Wenn uns das lieber waere, als zu ihm nachhause zu kommen, koennten wir das selbstverstaendlich auch in der Uni machen. Er klang wirklich nur nett, kannte Moritz und wir haben ueberlegtm dass wir tatsächlich so sozial sein, und das mal machen koennten und haben ihm unsere Nummern gegeben. Danach wurde er schon etwas zutraulicher, und als er uns dann sagte, wie heiß wir denn tanzen wuerden und ob er uns nicht nachhause bringen darf und uns die ganze Zeit verfolge, da haben wir vorherigen Schritt bereut. Wir sind ihn dann nach der Auffuehrung, waehrend der wir ihn bei Laszlo geparkt hatten, entkommen und als er mir dann nach der Arbeit schrieb, er wuerde mich um 4 an der Uni zum Deutschlernen erwarten, fand ich das gar nicht mehr witzig und Nora hat ihm dann fuer uns beide abgesagt und meinte, wir haetten in der naechsten Woche keine Zeit, sodass er sich am naechsten Tag vor unserer Haustuer einfand und behauptete, ich haette ihm eine sms auf spanisch geschrieben, die er nicht verstanden haette. Nur hatte ich da mein Handy schon verloren (ja ich weiß :( ) und vor allem WOHER hatte er unsere Adresse? Naja, laszlo ist ihn dann irgendwie losgeworden, was ihn dann nicht daran gehindert hat, Techy bei der Arbeit zu belaestigen und ihr einen Brief fuer uns mitzugeben in dem er uns anfleht seine freunde zu sein. Er muss sich da wirklich viel Muehe mit gegeben hatte und bestimmt 1,5 std daran gesessen haben, allerdings war es dank Google Translater auch nicht durchgehend eindeutig verstaendlich. Jedes Mal wenn wir in der Uni sind, hoffen wir, ihm nicht zu begegnen. Bis jetzt hatten wir Glueck. ABer ich glaube auch nicht, dass er aufgeben wird.... :( Naja, am Sonntag waren wir in dem oertlichen Schwimmbad hier, El Bosque. Allerdings kann man Schwimmbad ersetzen durch Club mit winzigen, niedrigen Wasserbecken, die nur dazu da sind, um sehen und gesehen zu werden. Schwimmen? Fehlanzeige. Und wenn ja, kann man das auch in Jeans machen. Die ganze Zeit wurden wir von Musik beschallt und die ueblichen Gogo-Taenzerinnen tanzten auf der Buehne dazu. Die arme Nora, die unbedingt schwimmen wollte, kam also gar nicht auf ihre Kosten. Wir wollten dann Donnerstag nochmal richtig schwimmen gehen, ins Olympiabad, allerdings hat Techy uns dann nahegelegt es nicht zu machen, weil das in ner schlechten Gegend von Pucallpa liegt, und lieber in die Innenstadt in ein Hotel zu fahren. Leider war da der Preis etwas zu hoch, und nachdem wir ein paar Minuten geschmollt hatten, durften wir zum Kinderpreis in dem Hotelswimmingpool schwimmen, der allerdings so aussah, als wuerde da wahrlich nie jemand drin schwimmen und also auch das wasser nie gewechselt werden, was uns der Deutsche bestaetigte, den wir kurze Zeit spaeter da kennenlernten und der wahnsinnig froh war, jemanden zu treffen, der deutsch war, und ihn in seiner Einsamkeit erloeste. Wir wurden dann nich nur zum froehlichen Umtrunk im Pool eingeladen, er erzaehlte uns auch, er waere Brauerei-Bauer und deswegen gerade in Pucallpa, und haette noch Platz frei fuer ein Geschaeftsessen, dass er viel lieber mit Nora und mir abhalten wuerde. Also waren wir schoen das erste Mal in Pucallpa essen, und das Restaurant, das uns Alex als eines der besten in Pucallpa anpries, war diesen Ruf definitiv wert. Wir haben wahrlich koeniglich gegessen, einen total leckeren Salat mit Palmenherzstreifen, eine Fleischplatte mit diversem Fleisch aus der Region, was ach wirklich koestlich war und dazu eine geile Sauce, Kochbananenknoedel, frittierte Yucca und Reis. Also ich hab selten so gut gespeist. Naja, wir sitzen gerade noch draußen, trinken Bier, welches wir illegal aus der Boteca an der Ecke mit dem Rucksack geholt haben (an Wahlwochenenden ist Alkoholverbot, deswegen sind wir gerade auch nicht in unserem Lieblingsclub hier- der hat das ganze Wochenende schon zu), rauchen Kippchen (20 Zigaretten, 5 Soles in der Boteca, also kein Marktpreis, ca 1,50€), hoeren Helge Schneider zu und schauen uns gleich einen Film an - kein Stromberg wie sonst.

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